Mitte Juni machten sich Marcus und Hannah Strehler erneut auf den Weg zur Badminton-Landkreismeisterschaft in der Ballsporthalle Meitingen. Wie schon im Vorjahr vertraten sie dort den FC Horgau – diesmal allerdings nicht mehr nur als unbekannte Freizeitspieler, sondern als amtierende Überraschungssieger und damit gewissermaßen als kleine, aber durchaus gefürchtete Titelverteidiger-Delegation. Der ausrichtende TSV Herbertshofen hatte für das Turnier offenbar zielsicher den gefühlt heißesten Tag des Jahres ausgewählt. Bereits zum Turnierbeginn um 9 Uhr verwandelte sich die Halle in eine Mischung aus Sportstätte, finnischer Sauna und Belastungstest für Kreislauf und Trinkflasche.
Hannah startete in der Altersklasse der weiblichen U15. Die Zwölfjährige spielte sich erneut souverän bis ins Finale vor und traf dort ausgerechnet auf jene Gegnerin, die sie zum Turnierauftakt in der Gruppenphase noch besiegt hatte. Leider hatte diese offenbar aus ihrer Niederlage gelernt. Im Endspiel musste sich Hannah knapp geschlagen geben. Der zweite Platz war unter den tropischen Bedingungen dennoch ein hervorragendes Ergebnis. Hannah konnte damit erneut erfahren, dass regelmäßiges Training tatsächlich etwas bringt – eine Erkenntnis, welche auf alle Sportarten übertragbar ist.
Marcus hielt unterdessen bis weit in den Nachmittag hinein durch. Ob dank guter Kondition, taktischer Raffinesse oder der Angst, sich vor der eigenen Tochter keine Schwäche erlauben zu dürfen, lässt sich im Nachhinein nicht mehr eindeutig feststellen. Während bei anderen Teilnehmern langsam Kraft, Konzentration und Flüssigkeitsreserven verdampften, verwies er alle Mitstreiter ohne Satzverlust des Feldes.
Mit einem ersten und einem zweiten Platz kehrte das Vater-Tochter-Duo erneut äußerst erfolgreich zurück nach Horgau. Angesichts einer Delegationsgröße von nur zwei Personen entspricht dies immerhin einer Podestquote von beeindruckenden 100 Prozent.
Das gemeinsame Mittwochstraining von Jung und Alt in der Rothtalhalle (ungezwungenes Vorbeikommen erlaubt!) wird selbstverständlich fortgesetzt. Schließlich ist das Ziel für 2027 bereits klar definiert: Dann sollen wieder zwei Pokale nach Horgau geholt werden.
Marcus Strehler

